Activision entlässt hunderte Mitarbeiter, der Boss freut sich

Activision entlässt hunderte Mitarbeiter, der Boss freut sich

13. Februar 2019 0 Von Johnny

Activision Blizzard entlässt fast zehn Prozent ihrer gesamten Belegschaft. Das bedeutet, rund 800 Mitarbeiter müssen sich einen neuen Arbeitsplatz suchen. Die Erklärungen des Unternehmens lassen auf ein Missmanagement der oberen Ebenen schließen und klingen teilweise nach Hohn.

Beinahe jeder Zehnte der knapp 10.000 Mitarbeiter von Activision Blizzard wurde entlassen. Und das, nachdem 2018 laut dem Vorstandsvorsitzenden Robert “Bobby” Kotick ein Rekordjahr für das Unternehmen war. Doch Rekorde reichen in der Videospielindustrie anscheinend nicht mehr.

Activision Blizzard habe, so Kotick, trotz des besten Jahres aller Zeiten, nicht das volle Potential ausgeschöpft. Stimmt, werden einige sagen, im Bereich Videospiele hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen. Doch davon spricht Kotick natürlich nicht. Ihn und seine Vorstandskollegen interessieren nur Zahlen.

Grund für die Entlassungen ist eine Neustrukturierung des Unternehmens. So sollen vor allem die Bereiche Marketing und eSports verkleinert werden. Letzteres steht vermutlich auch im Zusammenhang mit dem ausbleibenden Erfolg von Heroes of the Storm. Vorerst betrifft das nur die USA. In naher Zukunft werden aber wohl weitere Entlassungen in Europa und dem Rest der Welt folgen.

Die gute Nachricht für Gamer: Von den Entwicklerteams ist niemand betroffen. Diese sollen im Gegenteil weiter wachsen. Activision Blizzard möchte sich auf ihre starken Marken wie Diablo und Call of Duty konzentrieren. Den entlassenen Mitarbeitern hilft das nicht mehr.

Kotick und Kollegen haben sich offensichtlich übernommen. Ja, es ist die Aufgabe der Führungsriege, Mitarbeiter zu entlassen, wenn dies dem Unternehmen zugutekommt. Eine derart hohe Zahl an Rausschmissen spricht allerdings für Fehler in den oberen Ebenen. Doch die Chefs sind weiterhin im Amt.

Um die Stimmung wieder zu heben, spricht Kotick von den großen Erfolgen des Unternehmens. Activision Blizzard habe starke Franchises, gute kommerzielle Aussichten und erreiche Millionen Spieler. Zudem habe man extrem talentierte Mitarbeiter. Von denen nun 800 auf der Straße stehen.

Es geht auch anders. Erinnern wir uns an Nintendo unter Satoru Iwata. Als mit der Wii U die Flaggschiff-Konsole floppte und es dem Unternehmen schlecht ging, stellte sich Iwata vor seine Mitarbeiter. Er entschuldigte sich öffentlich für die eigens verantworteten Fehlentscheidungen und verzichtete auf einen großen Teil seines Manager-Gehalts. In einem Amerika mit Trump-Mentalität ist ein solches Verhalten von Top-Managern aber wohl nicht zu erwarten.