Call of Duty-Spieler verbauen sich jede Chance auf eine Kampagne

Call of Duty-Spieler verbauen sich jede Chance auf eine Kampagne

19. Oktober 2018 0 Von Johnny

Activision Blizzard macht mit Call of Duty: Black Ops 4 am Startwochenende einen Umsatz von rund 500 Millionen US-Dollar. Zudem werden diverse Spieler-Rekorde gefeiert. Für das Franchise bedeutet dieser Umstand das endgültige Ende der klassischen Kampagne.

Wer hätte das gedacht? Rund 500 Millionen US-Dollar Umsatz in den ersten drei Tagen. Zudem mehr Spieler, Spielstunden und Twitch-Zuschauer als jemals zuvor bei einem Call of Duty-Titel. Nach all der Kritik, die Activision im Vorfeld einstecken musste, kommt es ein wenig überraschen, dass der Shooter derart erfolgreich ist.

Jahr für Jahr kann sich die Call of Duty-Serie ganz oben in den Verkaufscharts platzieren. In diesem Jahr, so glaubten viele Kritiker, könnte es jedoch den lange erwarteten Einbruch geben. Der Grund für diese Prognose war die fehlende Kampagne und der damit verbundene Aufschrei der Community.

Der Masse scheint dieser Umstand allerdings nichts auszumachen. Battle Royale und Zombies sind die Stichworte, die den durchschnittlichen Gamer heute interessieren. Und diese haben dafür gesorgt, dass COD nicht nur den Einbruch verhindert, sondern sich sogar wieder im Aufschwung befindet.

Nach dem Erfolg ist davon auszugehen, dass Activision auch bei kommenden Spielen der Reihe auf eine klassische Kampagne verzichten wird. Diese scheinen nicht nur keinen breiten Anklang mehr zu finden, sondern verschlingen durch Schauspieler und eine aufwendige Entwicklung auch noch Massen an Budget.

Einigen Spielern wird diese Aussicht jedoch bitter aufstoßen. So vehement sprach man sich noch vor Release gegen den Titel aus. Boykottieren wollten viele den Shooter sogar. Doch davon gibt es keine Spur mehr. Wieder katapultiert sich ein Call of Duty-Titel in den Himmel und die Kritiker schauen fragend hinterher.

Gerade EA wird sich, je nach Erfolg von Battlefield 5, fragen, ob sie nicht auch eine andere Richtung einschlagen sollen. Eine Kampagne könnte im nächsten Teil ebenso fehlen, wie die Integration von Minderheiten. Lieber nicht auffallen und schön mit dem Trend gehen. Der Erfolg von Black Ops 4 wird auch Auswirkungen auf andere Spiele haben.

Im aktuellen Call of Duty gibt es keine Kampagne, die kommenden Maps sind nicht kostenlos und die Nutzung von Loot-Boxen ist auch noch deutlich dreister als im nächsten Battlefield. Und trotzdem wird der Shooter von DICE was die reinen Zahlen angeht nicht mithalten können.

Jedoch, ich möchte die Qualität des Spiels nicht unterschlagen. Gerade Blackout, der Battle Royale-Modus, hat sich qualitativ deutlich hochwertiger herausgestellt, als von vielen angenommen. Black Ops 4 ist insgesamt ein gutes Paket, das jedoch von einigen fragwürdigen Entscheidungen zurückgehalten wird.

Leidtragend sind am Ende die Fans, die wirklich eine solide Einzelspieler-Kampagne wollten. Doch viele von diesen müssen sich die Frage stellen, ob sie dann das Spiel vielleicht doch im (digitalen) Regal hätten stehen lassen sollen. Die Käufer entscheiden mit ihrem Geldbeutel. Und die Entscheidung ist gefallen.

Call of Duty: Black Ops 4 ist seit dem 12. Oktober für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.