Wenn Fortnite stürzt, dann richtig

Wenn Fortnite stürzt, dann richtig

2. August 2018 0 Von Johnny

Fornite ist ein Phänomen. Der Erfolg des Spiels kam quasi aus dem Nichts. Zudem versteht es Epic Games, das öffentliche Interesse am Laufen zu halten. In der Presse wird von dem Spiel berichtet, als sei es auf ewig die Nummer Eins. Irgendwann muss die Herrschaft jedoch ein Ende haben. Und wenn es soweit ist, wird es richtig weh tun.

Fortnite, Fortnite, Fortnite. Ich habe gestern eine einschlägige Videospiel-Webseite besucht und wurde so von Fortnite erschlagen, dass ich mir den Spaß machte, zu zählen. Auf den ersten Blick waren auf der Front-Page zwölf Artikel zu sehen, von denen sich neun (!) um den Battle Royale-Shooter drehten. Wie kann ein relativ simples Spiel mit nur einer Map soviel Aufmerksamkeit auf sich ziehen?

Dass ein einziges Spiel die mediale Berichterstattung komplett dominiert, ist ein relativ neues Phänomen. Natürlich wurde über die aktuellsten und teuersten AAA-Games schon immer eine Menge geschrieben, doch kam die Aufmerksamkeit in der Regel relativ schnell dem nächsten großen Titel zu.

Grund für die neue Beständigkeit ist das Internet. Es ist die Möglichkeit, online zu zocken, gepaart mit der breitgefächerten Berichterstattung durch Streamer und Youtuber.

Sieht man sich die Heavyweight-Champions der letzten Jahre an, fällt auf, dass kaum klassische AAA-Spiele mit Single-Player vertreten sind. GTA 5 macht hier die Ausnahme. Doch auch der Rockstar-Titel hat nur durch den Online-Modus eine solche Haltbarkeit. Destiny spielt auch in der Größenordnung mit, ist aber ‘online only’.

Die gute Nachricht: Der Weg an die Spitze der medialen Aufmerksamkeit geht meist über Innovation. Teilweise sogar über die Erschaffung eines neuen Genre. Wobei die erfolgreichsten Spiele diese häufig nicht erfinden, sondern nur perfektionieren. League of Legends, Hearthstone, Five Nights at Freddies, Overwatch und Minecraft sind alle Teil von neuen Strömungen im Multiplayer-Bereich.

Mit Minecraft ist das Phänomen Fortnite am besten vergleichbar. Beide Projekte waren lange in Entwicklung, um sich langsam, über die Zeit, eine Gefolgschaft aufzubauen. Bis dann plötzlich der Erfolg kam. Wobei Fortnite natürlich von der immensen Popularität des Battle Royale-Genres profitieren konnte. Über den kooperativen Modus spricht kaum noch jemand.

Der Werdegang von Minecraft gibt teilweise Aufschluss darüber, wie es mit Fortnite weitergehen wird: In nicht allzu ferner Zukunft wird es einen neuen medialen Liebling geben.

Das Interesse an Battle Royale nimmt ohnehin schon ab. Immer mehr Streamer werden sich wieder auf andere Titel konzentrieren. Wenn die erste Welle Fortnite den Rücken kehrt, werden ihnen Freunde, Follower und Casual-Gamer, die nur an der Popularität interessiert waren, folgen.

Dies bedeutet jedoch nicht das Ende von Fortnite. Das Spiel wird sich einen Stamm an Spielern erhalten und genau wie Minecraft im Hintergrund weiter bestehen. Allerdings in deutlich geringerem Umfang. Denn Fortnite hat lange nicht soviel Fleisch auf den Knochen wie Minecraft. Letzteres macht auch alleine Spaß und bietet quasi unendlich Möglichkeiten.

Fortnite hingegen lebt von der Dynamik und den Hype. Ist das Momentum einmal weg, wird sich auch das Spiel nicht mehr halten können. Battle Royale hat generell schon viel des ursprünglichen Reizes verloren. Es ist auch soviel einfacher zu kopieren als das komplexe System von Minecraft.

Es braucht lediglich ein neue Attraktion, auf die sich Medien und Content Creator stürzen können, dann war es das mit Fortnite. Das wird sicherlich noch eine Weile dauern. Doch nächstes Jahr zur selben Zeit, könnte Fortnite nur noch eine interessante Fußnote der Videospiel-Branche sein.