Das braucht VR um weiterhin bestehen zu können

Das braucht VR um weiterhin bestehen zu können

20. Juli 2018 0 Von Johnny

Noch ist VR nicht tot. Zwar konnten die Brillen den Massenmarkt bisher nicht erobern, doch das Interesse ist weiterhin da. Soft- und Hardware müssen jedoch überdacht werden, damit VR nicht auf Jahre wieder in der Versenkung verschwindet.

Microsoft sprach auf der E3 erstmals öffentlich von einer neuen Konsolengeneration. Dies könnte auch für den VR-Markt die Chance sein, einige Dinge richtig zu stellen. Der Trend zeigt für die Brillen nach unten, die Marktintegration stagniert. Doch noch ist das Feuer nicht ausgegangen.

Der offensichtlichste Ansatz die Headsets zu verbessern, ist die Hardware selbst. Endlich ist die Technik so weit, dachten viele vor wenigen Jahren. Doch auch High-End-Geräte wie Playstation VR, Oculus Rift und HTC Vive haben so ihre Probleme. Die nächste Generation muss deutlich kundenfreundlicher sein.

Für viele Mängel können die Entwickler nichts. Denn Kundenfreundlichkeit bedeutet auch einen erschwinglichen Preis. Doch dieser ist bei den meisten Brillen zuletzt deutlich gesunken.

Eine höhere Auflösung ist natürlich ein Muss, darf aber nicht der einzige Fokus bleiben. Besonders wichtig wird es sein, gegen die noch immer weit verbreitete Übelkeit anzugehen. Skyrim in VR ist schön und gut, doch wenn nach einer halben Stunde Spielzeit zusammen mit dem Fus Ro Dah erbrochenes emporkommt, schmälert das den Spielspaß erheblich.

Zudem müssen die Kabel verschwinden. Sie sind nicht nur aufwendig zu installieren (ich schaue auf dich, PSVR), sondern hindern auch die Immersion. Zwar gibt es bereits kabellose Headsets, doch werden für diese massenuntaugliche Premiumpreise aufgerufen. Die Integration von Kopfhörern wäre auch schön, würde den Preis aber nur unnötig in die Höhe treiben.

Wie ein bequemes VR-Headset aussehen muss, haben die Entwickler inzwischen raus (PSVR, Vive Pro). Hier müssen sich nur alle an die positiven Vorbilder halten.

Zur Hardware gehören auch die Controller. Diese müssen, ähnlich der Wiimote/Nunchuk-Kombination sowohl klassische Kontrollmöglichkeiten, als auch Bewegungssteuerung bieten. Oculus und HTC gehen hier bereits in die richtige Richtung, jedoch muss genau wie bei klassischen Controllern eine einheitliche Lösung gefunden werden.

Die schwierigere Aufgabe wird es sein, Software zu liefern, durch die Geräte abgesetzt werden. Niemand hat es bis jetzt geschafft, eine Killer App für VR zu entwickeln.

Werden die Controller- und Übelkeitsprobleme gelöst, könnte es zukünftig eine Alternative sein, klassische First-Person-Spiele auf den VR-Brillen zu spielen. In Shootern selbst zu zielen oder in Skyrim den Bogen manuell zu spannen, ist ein unglaublich befriedigendes Erlebnis.

Doch neben der Technik der Headsets werden auch aktuelle AAA-Spiele immer besser und mit ihnen der Anspruch an die Hardware. Die Brillen werden nie die Grafikpower aktueller Konsolen, geschweige denn High-End-PCs bieten. Die Zukunft liegt also eher in eigens für die Virtuelle Realität entwickelter Spiele.

Hier scheint jedoch eine gewisse Unsicherheit in der Branche zu herrschen. Wie genau sollen diese Spiele aussehen? Welchen Umfang sollen sie haben? Was dürfen sie kosten? Die meisten Spiele sind sehr spezifisch in ihrem Gameplay und bieten nur eine kurze Spielzeit.

Eigentlich ist es bereits bekannt, wie man solche Erlebnisse am beste vertreibt: In einem App-Store. VR-Spiele sollten von regulären Games getrennt werden. Warum nicht einen Abo-Service à la Xbox Game Pass einrichten, mit der Option die Spiele dauerhaft zu erwerben? Ich bin generell kein Freund von Streaming-Diensten im Gaming-bereich, doch bei VR macht es einfach Sinn.

Die Spiele würden ganz anders wahrgenommen. Man könnte ein Spiel in unter zwei Stunden durchspielen, ohne sich zu ärgern, gerade 20 oder 30 Euro ausgegeben zu haben. VR befindet sich derzeit noch in einer Testphase. Warum diesen Umstand nicht auch im Vertrieb berücksichtigen? Lasst uns testen liebe Entwickler. So werden auch neue Käuferschichten angesprochen.

VR ist und bleibt ein einmaliges Erlebnis. Um wirklich durchzustarten, müssen Hard- und Softwareentwickler aber weiter daran Arbeiten, die Plattformen durch Verbesserungen und Neuerungen massentauglich zu machen. Die Möglichkeit ist noch nicht verstrichen.