E3: Microsoft versucht erneut zu blenden

11. Juni 2018 0 Von Johnny

Microsoft zeigt auf ihrer E3-Pressekonferenz viele Spiele und gute Laune. Ein neues Halo, Gears of War und Forza Horizon wurden angekündigt. Doch geht man alles Gezeigte noch einmal durch, bleibt am Ende wieder wenig Substanz.

Noch immer knabbert Microsoft an der misslungenen Markteinführung der Xbox One. Und eine komplette Wende wird in dieser Konsolengeneration nicht mehr gelingen, das wird immer klarer. Stattdessen versucht sich das Unternehmen mit Versprechungen für die Zukunft über die Runden zu retten.

Die Zahlen waren durchaus vielversprechend: 50 Spiele wurden gezeigt, davon 18 Exklusiv-Titel und 15 Neuankündigungen. Doch am Ende bleibt, wie bereits die Jahre zuvor, ein fader Beigeschmack.

Viel Geld wurde in die Hand genommen, um den Content von Drittherstellern auf der Show zeigen zu dürfen. EA, Ubisoft, Square Enix, From Software – alle waren sie dabei. Xbox-Chef Phil Spencer hat viele Freunde, wie Todd Howard von Bethesda feststellte. Doch selbst brachte er zu wenig mit auf die Party.

Umfangreich präsentiert wurden an großen First-Party-Projekten lediglich Forza Horizon 4 und Gears of War 5.

Zu Halo Infinite gab es lediglich einen Teaser. Kein Wort, ob es sich um den letzten Teil der zweiten Trilogie, oder doch um ein Destiny-Like handelt.

Der Rest waren kleinere Spiele und Erweiterungen. Die Fülle sollte darüber hinwegtäuschen, dass es wieder keine große Überraschung zu sehen gab. Bei vielen Trailer dachte ich mir: Jetzt, jetzt… oh, Halo. Oh, The Division 2. Oh, Metro Exodus.

Crackdown 3 war kurz zu sehen. Es hatte beinahe den Anschein, als ob man das langjährige Projekt kurz abhaken schnell hinter sich bringen wollte. Denn besonders qualitativ sah der Trailer nicht aus. Die Versprechungen mit Power aus der Cloud gehören der Vergangenheit an.

Microsoft ist sich der Defizite durchaus bewusst. Nur so lassen sich die Versprechungen für die Zukunft erklären. Auf der Bühne wurde zum ersten Mal offiziell von einer neuen Konsolengeneration gesprochen. Eigentlich ein No-Go, da man so leicht die Verkäufe der Xbox One (X) untergraben könnte.

Mit The Initiative wurde ein neu gegründetes AAA-Studio präsentiert. Zusätzlich wurden fünf weitere, kleine Entwicklerschmieden aufgekauft. Microsoft pumpt Geld in die Software-Produktion, das ist gut. Doch für die Xbox One kommt die Initiative zu spät. Wir alle wissen das. Neu ist nur, dass Microsoft es offen zugibt.

Mit Masse statt Klasse sollte das Publikum geblendet werden. Dies klappte recht gut – genau wie die Jahre zuvor. Doch wenn Sony und Nintendo am Dienstag ihre Schwergewichte ankündigen und präsentieren, werden wir die PK in einem anderen Licht sehen – genau wie die Jahre zuvor.

Unsere Note für Microsoft: 3