Niederlande erklärt manche Loot-Boxen zu Glücksspielen und warum das gut so ist

Die Niederlande haben festgelegt, dass die Integration einiger Loot-Boxen als Glücksspiel anzusehen ist. Dementsprechend sind einige Publisher aufgefordert worden, diese zu verändern und süchtig machende Aspekte zu entfernen.

Kommt es zur Frage Freiheit oder Regulierung, bin ich meist für Ersteres. Geht es nicht gerade um Mord und Todschlag, sollte man Menschen erst einmal machen lassen. Auf Grundlage von andauernden Beobachtungen lassen sich dann ruhig und besonnen Entscheidungen abwägen.

Doch Loot-Boxen treffen zwei besondere Gruppen, die geschützt werden müssen: Süchtige, also psychisch Kranke und Kinder. Die einen können nicht anders, die anderen wissen es nicht besser. Natürlich wird niemand gezwungen, den Content zu kaufen, doch nach diesem Argument dürfte auch Crack auf der Straße angeboten werden.

Kommen wir zum einzig vernünftigen Argument der Pro-Loot-Box-Fraktion: Die Kisten sind kein Glücksspiel, da der Käufer immer etwas erhält. In einem Casino kann man durchaus auch komplett leer ausgehen. Die Boxen sind also eher wie Sammelkarten, deren Inhalt man vorher ja auch nicht kennt.

Diese Herangehensweise macht durchaus Sinn. Kartenpackungen funktionieren auch psychologisch genauso wie Loot-Boxen. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Der Inhalt um den es hier geht ist lediglich digital. Man hat nichts in der Hand. Hat man keinen Zugriff mehr auf das Spiel, sind auch die gekauften Zusatzinhalte futsch.

Das trifft natürlich auch auf anderen DLCs zu, doch Loot-Boxen treiben das Ganze auf die Spitze. Man ersteht zufällige Inhalte, die irgendwann komplett wieder im Äther verschwinden. Und da diese am häufigsten in Online-Spielen vorkommen, ist man mit seinen Mikrotransaktionen gänzlich den Betreibern ausgeliefert.

Nun haben die Niederländischen Behörden sich des Themas also angenommen. Momentan sind nur vier nicht weiter spezifizierte Titel angemahnt worden. Die Seite NOS scheint jedoch herausgefunden zu haben dass es sich dabei um Fifa 18, Rocket League, Dota 2 und PUBG handelt.

Welche Spiele gerade im Fokus stehen, ist für die Diskussion selbst aber weniger wichtig. Die Maßnahmen scheinen ohnehin eher marginal zu sein. So wird gefordert, die Effekte beim Öffnen herunterzuschrauben und eine gewisse Zeitspanne dazwischen zu garantieren. Wichtig ist nur, dass den gierigen Publishern generell auf die Finger geschaut wird.

Letztendlich liegt es an der Gaming-Community, die Misslagen anzusprechen, sobald sie auftauchen. Dass dies Wirkung zeigen kann, hat unter anderem die (vorübergehende) Herausnahme der Mikrotransaktionen in Star Wars: Battlefront 2 gezeigt. Auch wir haben es uns auf die Fahne geschrieben, daran in Zukunft mitzuwirken. Auf ein Zeitalter der Aufklärung in der Videospiel-Branche.

Ein Gedanke zu “Niederlande erklärt manche Loot-Boxen zu Glücksspielen und warum das gut so ist

Kommentar verfassen