Re: Radical Heights – Quo Vadis Cliffy B?

Radical Heights ist der nächste Titel von Boss Key, dem Entwicklerstudio von Cliff Bleszinski. Es folgt auf das hinter den Erwartungen zurück gebliebene LawBreakers. Doch warum sind die Entwickler von dem extremen Battle Royale-Shooter ermaßen überzeugt?

Was ist die Definition von Wahnsinn? Wenn man bei gleichem Verhalten unterschiedliche Ergebnisse erwartet. Ist Cliff Bleszinski also verrückt? Vermutlich nicht, aber zumindest scheint er sein Gespür für die Games-Branche verloren zu haben.

Erinnern wir uns zurück: Gears of War, damals technisch und spielerisch revolutionär, machte Bleszinski, auch bekannt als Cliffy B, zu einem der wenigen Pop-Stars der Gaming-Industrie. Es folgten zwei weitere erfolgreiche Gears-Teile. Dann verließ er Epic Games und gründete sein eigenes Studio, Boss Key.

Ein solcher Schritt wird in der Regel unternommen, um sich mehr kreativen Freiraum zu verschaffen. Umso erstaunlicher war die Durchschnittsware, die Boss Key letztendlich mit LawBreakers ablieferte. An sich kein schlechtes Spiel, doch eben nicht gut genug, um im Szenarium der Arena-Shooter zu bestehen.

Und nun also Radical Heights. Nun also Battle Royale, das nächste Trend-Genre. Aber warum sollte sich Radical Heights gegen PUBG und Fortnite beweisen können, wenn LawBreakers von Overwatch und Team Fortress 2 keine Chance gelassen wurde. Die Antwort ist: Persönlichkeit. Einer der Hauptkritikpunkte an LawBreakers soll nun beseitigt werden.

Radical Heights besitzt ein besonderes Ambiente: Das Kalifornien der 80er Jahre, gemischt mit dystopoischer Zukunft. Doch das Setting wirkt unglaublich aufgesetzt. Es scheint einen mit der Stimme von Cliffy B anzuschreien: ‚Hey, bin ich nicht cool, bin ich nicht anders?‘ Selten war ein Spiel-Konzept so offensichtlich. Ja, beinahe mitleiderregend.

Setting kann einen Unterschied machen. Gerade japanische Entwickler haben es raus, sich so von der Masse abzusetzen. Spiele von Grasshopper Manufacture kommen hier in den Sinn. Wie zuletzt Let it Die, das spielerisch auch nicht revolutionär war, doch einen erfrischenden Stil bot. Radical Heights wirkt dagegen zu gewollt.

Genau wie bei LawBreakers wird nicht alles schlecht sein. Doch die Entscheidung, das Spiel in einem derart unfertigen Zustand zu veröffentlichen, wird sich gegen Boss Key richten. Das Studio hat nach dem ersten misslungenen Versuch einen schnellen Ausweg gesucht. Wer weiß, wie prall die Taschen des kleinen Studios gefüllt sind. Doch dies scheint mir der Pfad in den Ruin zu sein.

Was machen die Mitarbeiter von Boss Key, wenn Radical Heights ebenfalls kein Hit wird? Wird dann der nächste Trend gejagt? Oder setzt man sich endlich hin, nutzt das kreative potential und schafft etwas wirklich Neues?

Zyniker werden behaupten, das hierfür kein Platz mehr in der Games-Branche sei. Doch wird diese nicht nur von der Nachfrage, sondern auch vom Angebot bestimmt. Also hoffen wir, dass sich Studios wie Boss Key wieder mehr dem Letzterem widmen und sich weniger abhängig von Ersterem machen.

Hier noch die News zur Ankündigung.

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