Was Bioshock 1 und 2 Infinite voraus haben

Einige haben mich nach dem Meta-Test zu Bioshock Infinite gefragt: Nun sag, wie hast du’s mit den ersten Teilen? Worauf ich antworten muss: Das ist kompliziert!

Gleich vorneweg: Bioshock 1 und 2 sind quasi als ein Teil zu behandeln. Der Nachfolger ist mehr eine Version 1.5 und gleicht dem ersten Spiel in fast allen Bereichen. Hinzugefügt wurden ein zum damaligen Zeitpunkt obligatorischer Online-Modus und mehrere Horde-Mode Momente im Spiel.

Letztere sind gut designt und unterstreichen die Macht des Protagonisten, eines Big Daddy, der sich gegen Heerscharen zu verteidigen weiß. Ersterer ist als Fußnote zu ignorieren.

Bioshock (und Bioshock 2) ist ein spiritueller Nachfolger zu System Shock-Reihe. Soweit nichts Neues. Doch im Gegensatz zur Vorlage, brachte es Bioshock zu Erfolg im Mainstream. Dies hat das Spiel in erster Linie einer Vereinfachung des Gameplay zu verdanken.

Die Rollenspiel- und Horrorelemente wurden heruntergeschraubt und sind im Gegensatz zu System Shock nur noch in einer Light-Variante vorhanden. Die extrem großzügig gestreuten Wiederbelebungstanks lassen den Spieler teilweise postwendend in einen verlorenen Kampf zurückkehren, geschwächte Gegner inklusive. In Bioshock Infinite wurden diese Aspekte dann noch weiter banalisiert.

Doch die ersten beiden Bioshock-Teile sind mehr als das. Sie sind Story, Atmosphäre, Lore und Ambiente. Das Gameplay fügt sich nahtlos in die Umgebung ein. Keinerlei Ludo-Diskrepanzen.

Allerdings, eine Wertung bei Metacritic von 96 Prozent, das ist dann doch zu viel des Guten. Dafür geht das Spiel zu viele Kompromisse ein, um ein großes Publikum anzusprechen.

Bioshock ist ein richtig gutes und für die Industrie wichtiges Spiel. Bioshock 2 ist ein relativ Nachfolger, verliert aber nichts von dem ursprünglichen Charme. Und Bioshock Infinite ist ein Beispiel für vieles, das in der Videospielbranche falsch läuft. Letzteres beschreibe ich in meinem Meta-Test zu Infinite.

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