Die Nominierten für den Deutschen Computerspielpreis 2018 stehen fest

Die Nominierten für den Deutschen Computerspielpreis 2018 stehen fest

7. März 2018 0 Von Kate

Unglaubliche 432 Einreichungen musste die Jury des Deutschen Computerspielpreises 2018 in ihrer Sitzung am 02. März 2018 auswerten, um daraus die Anwärter auf die Preise zu ermitteln. Die Verleihung wird am 10. April 2018 während einer Gala-Veranstaltung in München statt finden.

Der Deutsche Computerspielpreis ist der wichtigste Förderpreis Deutschlands. Die Schirmherrschaft hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Game-Verband der deutschen Games-Branche inne. Insgesamt 560.000 Euro an Preisgeld werden dieses Jahr ausgeschüttet. Die Computec Media Group steuert weitere 140.00 Euro für Gewinner in ausgewählten Preiskategorien bei.

Politik vs. Games-Branche

In seiner zehnjährigen Bestandszeit musste sich der DCP gegen scharfer Kritik aus der Gamesbranche und von Videospielgegnern, unter anderem aus der Politik, gleichermaßen behaupten.

Als Anno 1404 den Preis in der Kategorie “Bestes Deutsches Spiel” gewann, obwohl es den formalen Vorgaben nicht entsprach, da es faktisch im Ausland produziert wurde, sorgte das für ein Skandälchen. Denn damit wurde das von vielen als Gewinner gehandelte Crysis bewusst übergangen. “Es kann nicht sein, dass hier Personen den Vorsitz haben, die selber nicht spielen und es nicht verstehen wollen, dass auch 18er-Titel kulturell wertvoll und vielleicht sogar trotzdem pädagogisch sinnvoll sein können”, wetterte Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer des GAME Bundesverbandes.

Prophetisch führte er weiter aus: “Sollten wir diese Diskussion 2011 erneut führen müssen, sähe ich keinen Sinn mehr in einem solchen Preis – denn nächstes Jahr sprechen wir über Crysis 2 und Spec Ops, sicherlich beides USK-18-Titel und – vielleicht – die besten Action-Spiele, die seit Jahren aus Deutschland kommen.” 2012 gewann dann doch noch der Nachfolger Crysis 2 den Preis für das beste Computerspiel.

Natürlich wieder nicht ohne Kritik. Diesmal aus der Politik: “Sogenannte Killerspiele dürfen nicht honoriert werden, auch wenn sie technisch noch so ausgereift sind”, erklärte der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU Bundesfraktion, Wolfgang Börnsen im Namen seiner Partei.

Anders ausgedrückt: Der Computerspielpreis wurde in der Vergangenheit immer wieder in Politik und Branche heiß diskutiert. Killerspiele – Kulturgut: ja/nein? Sollen nicht besser die kleinen Studios gefördert werden? Ist er nicht dafür da? Ist das Preisgeld überhaupt erstrebenswert bei den geringen Summen? Was hat man davon sich das Siegel “Gewinner Deutscher Computerspielpreis” überhaupt auf die Packung drucken lassen zu können?

Es stellt sich also die Frage, ob die nominierten des Computerspielpreises 2018 sich wirklich über die Ehrung freuen dürfen. Hier sind sie in einer Übersicht.

Bestes Deutsches Spiel

  • The Inner World – Der letzte Windmönch (Studio Fizbin / Headup Games)
  • The Long Journey Home (Daedalic Studio West / Daedalic Entertainment)
  • Witch It (Barrel Roll Games)

Bestes Kinderspiel

  • Der Löwe – ein Lese- und Schreibabenteuer (The Good Evil / Julius Beltz)
  • Fiete Hide & Seek (Ahoiii Entertainment)
  • Monkey Swag (Tiny Crocodile Studios & kunst-stoff / United Soft Media Verlag)

Bestes Jugendspiel

  • Phoning Home (Ion Lands)
  • The Inner World – Der letzte Windmönch (Studio Fizbin / Headup Games)
  • Witch It (Barrel Roll Games)

Bestes Serious Game

  • MeisterPOWER (Gentle Troll Entertainment)
  • The Inner World – Der letzte Windmönch (Studio Fizbin / Headup Games)
  • Vocabicar (Quantumfrog)

Bestes Mobiles Spiel

  • Angry Birds Evolution (Chimera Entertainment / Rovio Entertainment)
  • Card Thief (Arnold Rauers)
  • QB – A Cube’s Tale (Stephan Göbel)

Bestes Gamedesign

  • Dreadnought (Yager Development / Six Foot Europe)
  • ELEX (Piranha Bytes / THQ Nordic)
  • TownsmenVR (HandyGames)

Beste Innovation

  • HUXLEY (Exit Adventures)
  • TownsmenVR (HandyGames)
  • Witch It (Barrel Roll Games)

Beste Inszenierung

  • EURYDIKE (Evelyn Hribersek)
  • HUXLEY (Exit Adventures)
  • The Long Journey Home (Daedalic Studio West / Daedalic Entertainment)

Bestes Internationales Spiel

  • Assassin’s Creed Origins (Ubisoft)
  • Horizon Zero Dawn (Guerilla Games / Sony Interactive Entertainment Deutschland)
  • Super Mario Odyssey (Nintendo of Europe)

Beste Internationale Spielewelt

  • Assassin’s Creed Origins (Ubisoft)
  • Horizon Zero Dawn (Guerilla Games / Sony Interactive Entertainment Deutschland)
  • Super Mario Odyssey (Nintendo of Europe)

Bestes Internationales Multiplayer-Spiel

  • Monster Hunter: World (Capcom Entertainment Germany)
  • Splatoon 2 (Nintendo of Europe)
  • Witch It (Barrel Roll Games)

Nachwuchspreis (mit Konzept)

  • Ernas Unheil; Aileen Auerbach, Jessica Bodamer, Lisa Forsch, Olga Trinova, Talea Sieckmann / HTW Berlin
  • nGlow; Sandra Hanstein, Nina Loof, Svenja Malin Kottutz, Leoni Schulte, Mirko Skroch, Melanie Ramsch, Jasmin Strnad, Bastian Meyer / Hochschule Harz
  • Sunset Devils; Andreas Illenseer / Carl-Hofer Schule

Nachwuchspreis (mit Prototyp)

  • Fading Skies; Marc Fleps / HAW Hamburg
  • Kyklos Code; Jonas Delleske, Josefine Maier, Leonie Wolf / Cologne Game Lab an der TH Köln
  • Realm of the Machines; Julian Ludwig, Sebastian Jantschke, Stefan Held, Wanuscha Nourbakhsh, Alina von Petersdorff, Sharon Schwaab, Maximilian Miesczalok, David Ernst, Pascal Marschar / Mediadesign Hochschule München

Sonderpreis der Jury (undotiert)

Keine Nominierungen. Mögliche Gewinner in dieser Kategorie werden bei der Gala am 10. April 2018 bekanntgegeben.

Deutscher Computerspielpreis: Publikumspreis

Der Gewinner in der Kategorie Publikumspreis wird per Online-Voting von den Spielerinnen und Spielern bestimmt.

Die Abstimmung über den Preis, läuft unter www.deutscher-computerspielrpreis.de/publikumspreis.